Digitalstrategie für einen Klinikverbund
Strategische Neuausrichtung und digitale Transformation: Sicherung von Fördermitteln durch ein modernes IT-Zielbild
Kontext & Ausgangslage
Ein Zusammenschluss mehrerer Krankenhäuser stand vor der Herausforderung, kurzfristig Fördermittel des Bundes (u. a. im Rahmen des KHZG) zu beantragen. Voraussetzung hierfür war die Vorlage einer umfassenden Digitalisierungsstrategie. Da bisher kein einheitliches strategisches Fundament existierte, musste innerhalb kürzester Zeit ein komplettes Zielbild „from scratch“ entwickelt werden.
Die Herausforderung
- Eine strikte Bewerbungsdeadline ließ keinen Spielraum für langwierige Analysephasen
- Fehlende Vorarbeiten und eine mangelhafte Datenverfügbarkeit erschwerten die Bewertung des digitalen Reifegrades
- Starke Spannungen zwischen der kaufmännischen Leitung und der IT-Leitung sowie ein lähmender Genehmigungsprozess für Hardware-Investitionen blockierten die operative Handlungsfähigkeit
- Durch restriktive Freigabeprozesse hatten sich in einzelnen Fachabteilungen ungesteuerte IT-Inseln gebildet, die ein Sicherheitsrisiko darstellten
- Die bestehende IT-Organisation war aufgrund unklarer Rollen und Verantwortlichkeiten nicht in der Lage, neue digitale Großprojekte effizient zu steuern
Lösungsansatz und Methodik
Zur Erreichung der Ziele und Auflösung der internen Blockaden erfolgte die Umsetzung über folgende Hebel:
- Durchführung einer ganzheitlichen 360°-Bestandsaufnahme zur Identifikation kritischer Schmerzpunkte und strategischer Potenziale mittels Fokus-Umfragen, 1:1-Interviews und fachbereichsübergreifenden Workshops in Rekordzeit
- Umsetzung eines zielgerichteten Governance-Re-Designs zur Etablierung einer neuen Organisationsstruktur und präziser Rollenprofile (RACI), um vormalige Engpässe in den Beschaffungszyklen nachhaltig zu eliminieren
- Sicherstellung von Mediation & Alignment zwischen der kaufmännischen Leitung und der IT durch ein neues Kollaborationsmodell, welches die IT über gemeinsame KPI-Systeme als strategischen Business-Partner positioniert
- Erstellung einer priorisierten Digital Roadmap zur präzisen Synchronisation technologischer Innovationen mit den Anforderungen der Patientenversorgung sowie den strengen Förderrichtlinien des Bundes
- Implementierung eines verbindlichen Kommunikations-Frameworks zur Schaffung maximaler Transparenz über Projektfortschritte und zum nachhaltigen Abbau bestehender Silo-Strukturen innerhalb der Organisation
Resultat & Mehrwert
- Die fristgerechte Einreichung sämtlicher Konzepte führte zur Sicherung der Förderfähigkeit, wodurch die KH-Gemeinschaft alle Voraussetzungen für die Beantragung der Bundesmittel vollumfänglich erfüllte
- Durch die Optimierung der Freigabeprozesse und die Definition klarer Verantwortlichkeiten konnte eine messbare operative Exzellenz und signifikante Beschleunigung der IT-Beschaffungszyklen realisiert werden
- Ein nachhaltiger kultureller Wandel wurde durch die Einführung transparenter Entscheidungshierarchien erzielt, was zur dauerhaften Befriedung des Konflikts zwischen kaufmännischer Leitung und IT beitrug
- Die Schaffung eines modularen IT-Operating-Models gewährleistet die langfristige Zukunftsfähigkeit des Verbunds und dient als skalierbare Blaupause für die Integration weiterer Standorte und zukünftige Digitalprojekte